{"id":853,"date":"2023-07-14T14:43:00","date_gmt":"2023-07-14T12:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-ov-stuttgart.de\/sued\/?p=853"},"modified":"2023-11-19T15:24:15","modified_gmt":"2023-11-19T14:24:15","slug":"stuttgart-sued-zum-modellbezirk-fuer-die-anpassung-an-den-klimawandel-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-ov-stuttgart.de\/sued\/stadtentwicklung\/stuttgart-sued-zum-modellbezirk-fuer-die-anpassung-an-den-klimawandel-machen\/","title":{"rendered":"Stuttgart S\u00fcd zum Modellbezirk f\u00fcr die Anpassung an den Klimawandel machen"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Sitzung am 11. Juli 2023 haben die Fraktionen der SPD und B\u00fcndnis 90 \/ DIE GR\u00dcNEN gemeinsam den folgenden Antrag eingereicht, der vom Bezirksbeirat einstimmig angenommen und an die Verwaltung weiter geleitet wurde. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antrag<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bezirksbeirat S\u00fcd fordert die Verwaltung auf, Stuttgart-S\u00fcd zum Modellstadtteil f\u00fcr das Ziel der Klimaanpassung zu machen und die unten aufgelisteten Ma\u00dfnahmen zur<\/p>\n\n\n\n<p>Anpassung des Stadtraums an den Klimawandel in den Bereichen Begr\u00fcnung \/ Entsiegelung sowie Blaue Infrastruktur \/ Wasserversorgung \/ \u00dcberflutungsschutz f\u00fcr den Stuttgarter S\u00fcden zeitnah zu pr\u00fcfen, umzusetzen oder zu berichten, warum eine Umsetzung nicht erfolgen kann:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Thema Begr\u00fcnung und Entsiegelung<\/h3>\n\n\n\n<ol><li>1Konsequente Begr\u00fcnung der U-Bahngleise mit einer sog. Mangerwiese im Zuge der Bauma\u00dfnahmen f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der Bahnsteige am Erwin Sch\u00f6ttle Platz, am Biehlplatz und am S\u00fcdheimerplatz, sowie in Kaltental.<\/li><li>Zwei bis drei pilothafte Begr\u00fcnungen von Fassaden an \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden (z.B. Marienschule, Jugendhaus\/Stadtteilbibliothek Heslach, Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude BB oder das Gemeindehaus der ev. Kirchengemeinde an der B\u00f6blingerstra\u00dfe)<\/li><li>Zwei pilothafte Pflanzennetze auf dem Marienplatz und auf dem S\u00fcdheimer Platz, die durch Bepflanzung eines luftdurchl\u00e4ssigen Sonnensegel f\u00fcr die Beschattung sorgen.<\/li><li>Hausbesitzern finanzielle Anreize zur Begr\u00fcnung von Fassaden und Balkonen anbieten. Stuttgart steht mit seiner extremen Topographie vor enormen Herausforderungen und muss daher die Klimaanpassung deutlich schneller als andere St\u00e4dte verwirklichen, weshalb wir alle Kr\u00e4fte b\u00fcndeln m\u00fcssen \u2013 die st\u00e4dtischen und auch die aus der Zivilgesellschaft. Daher m\u00fcssen neben den hier aufgelisteten Anreizen (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/leben\/stadtentwicklung\/stadtplanung\/stadterneuerung\/foerderprogramme-urbanes-gruen.php#foerderprogramm-stuttgarter-gruenprogramm\" target=\"_blank\">siehe hier<\/a>) weitere finanzielle Anreize an Hausbesitzer, Investoren, etc. gemacht werden.<\/li><li>Einrichtung neuer \/ Freigabe vorhandener Gr\u00fcnfl\u00e4chen f\u00fcr die Nutzung in Urban-<em>Gardening-Projekten<\/em><\/li><li>Pr\u00fcfung und zeitnahe Umsetzung der Baumpflanzungen im \u00f6ffentlichen Raum wie im Jahr 2012 geplant (z.B. zur fu\u00dfg\u00e4ngerfreundlichen Verkehrsf\u00fchrung und Beschattung an Kreuzungen). Ggf. provisorische Umsetzung mit Pflanzk\u00fcbeln und Bew\u00e4sserung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Blaue Infrastruktur \/ Wasserversorgung \/ \u00dcberflutungsschutz<\/h3>\n\n\n\n<ol><li>Vier Trinkbrunnen an den gro\u00dfen Pl\u00e4tzen (Marienplatz, Erwin Sch\u00f6ttle Platz und Biehlplatz und S\u00fcdheimer Platz).<\/li><li>Zwei pilothafte Bereiche zur Renaturierung des Nesenbachs<\/li><li>Pr\u00fcfung des Baus eines Regenr\u00fcckhaltebeckens im Nesenbachtal<\/li><li>Pilothafte Gr\u00fcnfl\u00e4chenbew\u00e4sserung mit Regenwasser auf der Karlsh\u00f6he<\/li><li>Pilothafte Errichten von 3 Hydranten an der B\u00f6blingertstra\u00dfe und vor dem Stadtbad Heslach, an denen Baumpaten kostenfrei an Wasser zur Bew\u00e4sserung der umliegenden B\u00e4ume kommen.<\/li><li>Pilotierung dezentraler Systeme zur Wasseraufbereitung f\u00fcr die Bew\u00e4sserung von Stra\u00dfenb\u00e4umen und Pflanzk\u00fcbel mit vor Ort aufbereitetem Grau-\/Schwarzwasser. (entsprechendes Projekt wird vom Klima-Innovationsfonds gef\u00f6rdert).<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Begr\u00fcndung:<\/h2>\n\n\n\n<p>Der vergangene Sommer war der hei\u00dfeste in Europa seit mindestens 500 Jahren. Was fr\u00fcher ein extrem hei\u00dfer Sommer war, ist heute ein durchschnittlicher Sommer &#8211; aus extrem wurde normal! Die Hitze ist f\u00fcr Viele belastend, besonders f\u00fcr Kleinkinder, Alte und Kranke.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr manche war der letzte Sommer sogar t\u00f6dlich. Stuttgart muss sich auf deutlich mehr Extremwetter einstellen. Experten rechnen im Jahr 2050 mit bis zu 50% regenreicheren Wintern und deutlich mehr Starkregen. Gleichzeitig werden sich die Hitzetage mit \u00fcber 30 Grad Celsius mehr als verdoppeln. Stuttgart muss sich auf diese Entwicklung vorbereiten. In den stark verdichteten innerst\u00e4dtischen Bereichen bestehen nur noch wenige M\u00f6glichkeiten zur Etablierung von Gr\u00fcnanlagen. Vor dem Hintergrund der mit der Klimaerw\u00e4rmung einhergehenden zus\u00e4tzlichen Aufheizung unserer St\u00e4dte ist das jedoch notwendig, um das Wohnen in den Innenst\u00e4dten auch langfristig m\u00f6glich zu machen. Die M\u00f6glichkeiten bestehen in der Verwendung von Dach- und Fassadenbegr\u00fcnungen, Im Pflanzen einzelnerB\u00e4ume und in der Begr\u00fcnung von Stra\u00dfenbahngleisen. Mit Gleisbettbegr\u00fcnungen lassen sich stadt\u00f6kologische Vorteile (Wasserr\u00fcckhalt, Verdunstung, Verminderung einer Aufheizung, Feinstaubbindung) erreichen. Dar\u00fcber hinaus tragen sie zu einer Verminderung der Fahrger\u00e4usche von Stra\u00dfenbahnen bei, wodurch die Lebensqualit\u00e4t insbesondere der Anwohner*innen steigt. Es l\u00e4sst sich zudem durch eine gelungene Gleisbettbegr\u00fcnung eine wesentliche Verbesserung des Stadtbildes<em> <\/em>erreichen<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Klima-Fahrplan der Stadt definiert zehn Ma\u00dfnahmen zur Klimaanpassung, die wir hier <em>ber\u00fccksichtigt haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Um sich vor Extremwetterereignissen k\u00fcnftig besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen, sollten die Empfehlungen aus dem Abschlussbericht zu Net-Zero Stuttgart herangezogen werden, dendie Unternehmensberatung McKinsey &amp; Company zusammen mit der Stadtverwaltung erarbeitet und vorgelegt hat. Der hier vorgelegte Antrag ist lediglich die Ableitung dieser Erkenntnisse f\u00fcr den Stuttgarter S\u00fcden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt muss alle M\u00f6glichkeiten zur Klimaanpassung nutzen, um die geforderten Ziele einhalten zu k\u00f6nnen. Bei unserem Vorschlag handelt es sich ausschlie\u00dflich um Projekte der Gr\u00fcn- und Freiraumentwicklung, wie sie im St\u00e4dtischen Klima-Fahrplan bereits definiert sind. Innerhalb des Bezirksbeirats gibt es \u00fcber diese Forderungen einen breiten Konsens und auch M\u00f6glichkeiten zur Umsetzung. Die Stadt ist gezwungen die gesetzten Ziele vehementer und mit mehr Nachdruck umzusetzen &#8211; ein Modellstadtteil ist eine gute M\u00f6glichkeit den St\u00e4dtischen Klima-Fahrplan mit mehr Nachdruck zu verfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Sitzung am 11. 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